Arbeitsgruppe
Prof. Dr. Kathrin Wimmer
In unserer Arbeitsgruppe erforschen wir die Struktur von Atomkernen. Für ein umfassendes Verständnis ist eine Kombination aus Experimenten an Beschleunigeranlagen inklusive Testung neuer Detektorsysteme, Simulationsstudien, und die Entwicklung neuer Datenerfassungssysteme und Analysemethoden gefragt. Dafür arbeiten wir nicht nur an unserem 10 MV Tandembeschleuniger, sondern auch eng mit ForscherInnen an internationalen Großanlagen zusammen.
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Verschaffen Sie sich einen Überblick über unsere Forschung und lernen Sie unser Team kennen. Unter “Join us” finden Sie Informationen zum Einstieg in unsere Arbeitsgruppe und mögliche Abschlussarbeiten.
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Atomkerne sind eine einzigartige zweifache Quantenflüssigkeit, bestehend aus zwei Arten von Fermionen: Protonen und Neutronen. Sie spielen eine Rolle auf vielen Längen- und Zeitskalen im Universum – von der Größe eines Protons (∼10⁻¹⁵ m) bis zur Größe eines Neutronensterns (∼10³ m) und von kurz nach dem Urknall (∼10⁻⁶ s) bis zum Alter des Universums (13,8 × 10⁹ Jahre).
Je nach Anzahl der Protonen und Neutronen können Kerne sehr unterschiedliche Eigenschaften besitzen. Wir interessieren uns besonders für die nukleare Kollektivität, also dafür, wie viele Nukleonen an den Anregungen beteiligt sind. Die Entwicklung der Kollektivität in exotischen Atomkernen ist eng verknüpft mit der Schalenentwicklung und den magischen Zahlen. In den vergangenen Jahren wurden Kerne mit extremen Proton-Neutron-Verhältnissen untersucht, und das Verschwinden klassischer Schalenabschlüsse zeigt sich stets in Deformation und kollektiver Bewegung.
Ein quantitatives Maß für die nukleare Kollektivität ist das B(E2). Gezeigt sind hier die bekannten Daten für die erste quadrupole Anregung in even-even Kernen [1]. Diese Größe kartiert die Landschaft der Atomkerne und zeigt die Regionen nuklearer Deformation, Schalen- und Formänderungen sowie deren enge Verbindung zu den magischen Zahlen. Magische und doppelt magische Kerne werden vom Einteilchenverhalten dominiert; ihre B(E2)-Werte betragen nur wenige Weisskopf-Einheiten (ein Maß dafür, wie viele Nukleonen an der Anregung teilnehmen). Hochkollektive Kerne erreichen hingegen B(E2)-Werte von mehreren Hundert W.u., was in einer einfachen Interpretation darauf hinweist, dass viele Nukleonen an der Anregung beteiligt sind.
[1] K. Wimmer and P. Doornenbal, "Evolution of collectivity and magic numbers in exotic nuclei", Prog. Part. Nucl. Phys. (to be published)
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Kontakt
Prof. Dr. Kathrin Wimmer
Gruppenleiterin
Institut für Kernphysik
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Universität zu Köln
50937 Köln