Forschung
Ein zentrales Forschungsprojekt unserer Arbeitsgruppe ist LISA (LIfetime measurements with Solid Active targets). Die Detektoren basieren auf einkristalliner Diamanten und werden in bis zu 5x5 Schichten für LISA Experimente angeordet. Für LISA und weitere Forschungsprojekte bieten wir Themen für Abschlussarbeiten an, schauen Sie gerne vorbei:
Mehr erfahrenDie Physik der Atomkerne
Das Nebeneinander von Einzelteilchen- und kollektiven Freiheitsgraden in Atomkernen führt zu verschiedenen exotischen Phänomenen. In Kernen mit sehr asymmetrischen Proton-Neutron-Verhältnissen treibt die starke Wechelwirkung eine Schalenentwicklung voran, die den Orbitalabstand und in manchen Fällen sogar die in stabilen Kernen vorhandene Ordnung verändert. Wenn keine großen Lücken zwischen den Orbitalen bestehen, können Kerne nicht-sphärische Formen annehmen, und ihre Anregungen verlaufen durch kohärente und kollektive Bewegung vieler Nukleonen. Wo und wie Kollektivität aus der Einzelteilchendynamik von Protonen und Neutronen entsteht, ist eine offene Frage der Kernstrukturphysik, die mit LISA auf einzigartige Weise untersucht werden soll.
Das LISA Forschungsprojekt
Ziel des LISA Projekts ist die Entwicklung einer neuartigen Methode zur Lebensdauermessung an Atomkernen. Anhand der Lebensdauern lässt sich die Kollektivität eines Kerns über Eigenschaften elektromagnetischer Übergänge untersuchen. Die experimentelle Methode basiert auf aktiven Targets und wird den Messbereich von Lebensdauern angeregter Zustände und damit die Bandbreite der in exotischen Kernen erreichbaren Übergangswahrscheinlichkeiten erheblich erweitern.
Dabei ist die Zusammenarbeit an internationalen Großforschungsanlagen und mit internationalen Kollaborationen ebenfalls von Bedeutung. In Verbindung mit modernsten γ-Strahlen-Tracking-Detektoren wie AGATA wird dieses neuartige Forschungsinstrument die derzeitigen Herausforderungen bei der Messung von Lebensdauern mit Strahlen instabiler Kerne geringer Intensität bewältigen. LISA wird die einzigartigen Möglichkeiten von FAIR nutzen, der zukünftigen europäischen Fragmentierungsanlage, die die exotischsten und intensivsten radioaktiven Ionenstrahlen liefern soll. LISA wird das Forschungsprogramm für Untersuchungen der Kernstruktur bei FAIR erheblich erweitern. Durch die von LISA ermöglichten Messungen wird sich unser Verständnis der wesentlichen Aspekte von Einzelteilchen- und Kollektivstrukturen sowie deren Wechselwirkungen erheblich vertiefen. Die Ergebnisse werden erhebliche Auswirkungen auf die theoretischen Beschreibungen und Modellierungen von Atomkernen haben und deren Vorhersagen zuverlässiger machen.
Kontakt
Prof. Dr. Kathrin Wimmer
Gruppenleiterin
Institut für Kernphysik
Zülpicher Str. 77
Universität zu Köln
50937 Köln